1 Teufelsmoor

Teufelsmoor (Schneekopfmoor)

 

Die Teufelskreise: Hoch droben auf dem Kamm des Thüringer Waldes, am Schneekopf dicht unter seinem Gipfel, findet der Wanderer, der abseits des Weges wandelt, einige Sumpfstellen. Diese sind in den Ortschaften diesseits und jenseits des Rennsteiges gar arg verrufen. Das sind die "Teufelskreise". Bei Nennung ihres Namens überläuft jeden Wäldler ein heimlicher Schauder. Eltern erzählen ihren Kindern davon und warnen sie vor den Sümpfen. Mancher Mensch, der sich dort verirrte und in die Sümpfe geriet, ist nie wieder heimgekommen. Manches Tier ist nicht wieder in den Stall zurückgekehrt. Am gefährlichsten ist es ...

... dort oben, wenn brauende Nebel den Schneekopf umwallen, wenn dichte Wolkenschleier in den ernsten, dunklen Tannen hängen und Weg und Pfad und Stein und Busch in ein undurchsichtiges, graues, feuchtes Kleid einhüllen. Das größte der Sumpflöcher ist das "Teufelsbad". Wenn's dem Herrn Urian einmal an den ewig brennenden Feuern seiner unterirdischen Hölle zu heiß ist, dann kommt er herauf an die Oberfläche der Erde, saust zum Schneekopf und nimmt ein kühlendes Bad im Moor. Dieses ist unergründlich tief.

(Auszug aus dem Suhler Sagen- und Heimatbuch "Das blaue Feuer" von Ulrich Brunzel)