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Roter Stein

Am Roten Stein: "Ueh liebe Leut, hürt die Geschichte, die ich euch hoa zu berichte, ich erzehl die Soag von Ruete Stai, es gätt dort ömm, üb dörft mes glai." - Der Rote Stein – jener altersgraue Porphyrfelsen, der heute dicht bewachsen kaum noch sichtbar ist. Er liegt im Bereich der llmenauer Straße, Einmündung Karl-Marx-Straße. Als anstehender geographischer Grenzstein zwischen dem eigentlichen Stadtgebiet und dem sogenannten Oberland, die durch das schmale Rote Bächle geschieden werden, spielt er auch eine kulturgeschichtlich bedeutsame Rolle.

Gespenster mancherlei Art sollen hier ihr Unwesen treiben, weil angeblich unter diesem felsigen Massiv eine rote Kuh begraben sein soll. Mancher einsame "Wanderer der Nacht" erblickt auf dem unmittelbar vorüberführenden Fahrweg eine gespenstische Kutsche, die von zwei kopflosen Pferden gezogen wird, deren Lenker auch ohne Haupt ist.

- Ein schweigsamer, geheimnisvoller Mann, der eine Fackel trägt, geistert hier einher, spaziert hinüber zum Schelrödchen und dann wieder zurück.

- Um den am Fuße der porphyrnen Kanzel liegenden "Pfingstteiche" geht zuweilen ein Pfarrer mit einem Messer auf und ab.


... dort oben, wenn brauende Nebel den Schneekopf umwallen, wenn dichte Wolkenschleier in den ernsten, dunklen Tannen hängen und Weg und Pfad und Stein und Busch in ein undurchsichtiges, graues, feuchtes Kleid einhüllen. Das größte der Sumpflöcher ist das "Teufelsbad". Wenn's dem Herrn Urian einmal an den ewig brennenden Feuern seiner unterirdischen Hölle zu heiß ist, dann kommt er herauf an die Oberfläche der Erde, saust zum Schneekopf und nimmt ein kühlendes Bad im Moor. Dieses ist unergründlich tief.
(Auszug aus dem Suhler Sagen- und Heimatbuch "Das blaue Feuer" von Ulrich Brunzel)