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Ottilienstein 1 Jahn

Ottilienstein (Bild: Uwe Jahn)

1843 von Suhler Bürgern auf einem Felsvorsprung des Dombergs, dem Ottilienstein, errichtet, bietet die Kapelle einen herrlichen Blick auf die Stadt Suhl.

Als erste Bebauung am Ottilienstein wird im 15. Jahrhundert eine Kapelle erwähnt, die der Heiligen Ottilie geweiht war. Sie diente den Bergleuten zum Gottesdienst. Das im Jahr 1843 neu als neogotische Kapelle für gastronomische Zwecke errichtete Gebäude wurde jedoch nicht mehr zum Gottesdienst genutzt. Ein Beschluss des Magistrats gestattete es dem Gastwirt H. Sauerbrey, am Ottilienstein Bier und Branntwein auszuschenken. (aus dem Buch „475 Jahre Suhl“ von Gerd Manig und Dieter Schellenberg)   ...

Ottilienstein 2

      ... Der Legende nach gab es einmal vor langer Zeit eine blindgeborene Ottilie, Tochter heidnischer Eltern, die in ihrem 12. Lebensjahr durch die Taufe wieder sehen konnte. Seit dieser Zeit galt das gottbegnadete Kind als Heilige und somit als Schutzheilige der Blinden und Augenkranken. Auch die Bergleute, die hier am Domberg Erz förderten, waren nicht selten von Augenleiden betroffen. Ottilie sagte man nach, dass heilkräftige Quellen entstehen würden, wo sie erscheine. So wurde sie auch von den Bergleuten als Rettung auserwählt. Die Solequelle am Ottilienstein sei somit ihr Werk. (siehe auch thueringen.info)

Schon im 16. Jahrhundert wurde eine Quelle in der Suhler Rüsse zur Gewinnung von Salz genutzt. Erst sehr viel später wurde sie wieder entdeckt und wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe als Heilquelle genutzt. Sie erhielt 1889 den Namen der heiligen Ottilie. Das heilende Wasser wurde als Trunk verkauft. Später wurden sogar zwei Badehäuser errichtet. Die Suhler Warmbadeanstalt (das „Chlorcalcium-Sool-Bad“) stand in der heutigen Gutenbergstraße. Das „Solbad Ottilienquelle“ in der Rüssenstraße wurde erst 1968 stillgelegt und abgerissen.