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Silberbrunnen

Die Geschichte des Silberbrunnens lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Der „Silberbrunnen“ ist eine Quelle, die zur Wasserversorgung des Berghofs „Lange Bahn“ diente, welcher dem in Schleusingen ansässigen Johanniterorden gehörte. Die Wasserversorgung wurde ehemals über eine Holzwasserleitung geführt, die den zuvor wohl offenen Graben ablöste. Der Berghof ist um 1835 jedoch abgebrannt. Nach dem Aufbau der Baude „Lange Bahn“ durch die Ortsgruppe Mäbendorf des Kulturbundes unter Leitung von Rolf Reich und dem ehrenamtlichen Engagement vieler fleißiger Helfer im Jahr 1969, wurde die Wasserleitung wieder erneuert.   ...

...   Der Berghof „Lange Bahn“ wurde durch den Johanniterorden im Jahr 1292 von den Henneberger Grafen erworben. Der letzte Verwalter des Berghof war Baron von Andlau. Durch den Verein für Archäologie und Denkmalpflege wurden in den 90er Jahren die Ruinen des abgebrannten Berghofes freigelegt und das Mauerwerk gesichert. Heute bemüht sich der Verein der „Heimatfreunde Lange Bahn e.V.“ um die Erhaltung.

Sage zum Silberbrunnen

Ein einsamer Weber aus Heinrichs webte Tag und Nacht, konnte aber nicht reich werden. Mutlos ging er eines Tages fort und ging an den Silberbrunnen. Ermattet sank er ins Gras und nahm einen frischen Trunk. Plötzlich warf der Brunnen einen schweren Silberklumpen heraus, den der Weber erfreut mit nach Hause nahm. Er verkaufte das Silber an einen Goldschmied für 50 Taler.

Doch dieser bedang sich noch aus, dass der Weber ihm den Fundort zeigte. Beide gingen hin und wieder warf der Quell einen Silberklumpen aus. Aber der Goldschmied missgönnte dem Weber sein Glück. Heimlich ging er zum Brunnen, um allein in den Besitz des Silbers zu gelangen. Die Maid, die in dem Brunnen verzaubert lebte, war aber ein Feind von Habsucht und Neid. Darum verstopfte sie mit ihrem Mieder die Quelle. Der Goldschmied grub und grub, aber sie blieb verschlossen. Lange danach floss der Brunnen zwar wieder, aber es gab kein Silber mehr.

Dasselbe Motiv, das die Sage v. d. Wunderblume verarbeitet, kehrt hier wieder – von einem Tränktrog, der einstens hier stand, hören wir folgendes: „Ein Hirt aus Heinrichs trieb stets seine Herden zur Viehtränke am Silberbrunnen. Tag für Tag lagen auf dem Tränktrog sieben Pfennige für den armen Hirten. Einstmals erkrankte er und ein junger Bursche führte für ihn die Herde nach der Quelle. „Bring aber die sieben Pfennige mit“, bat der Hirt noch zuletzt. Der Bursche suchte das Geld auf dem Trog, fand es aber nirgends. Ärgerlich warf er einige Steine in die Quelle. Doch kaum geschah es, als er von unsichtbarer Hand geohrfeigt wurde. Schleunigst zog der Bursche mit der Herde von dem unheimlichen Orte fort. Nie wieder aber gab der Silberbrunnen seine Schätze den Menschen.

Quelle: Suhler Sagenbuch, Friedrich Kunze