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Ringberg

Rumor im Ringberge: Eine Frau von der Hohen Röder ging einst zur Mittagsstunde an Sattlers Garten (Auslauf der llmenauer Straße) vorüber, als sie zufällig auf dem Wege ein Bockshorn liegen sah, das mit einer dreifarbigen Schnur umwickelt war. Als sie sich bückte, um es aufzuheben, entstand augenblicklich im nahen Ringberge ein solch starker Rumor, dass sie glaubte, der ganze riesige Hügel würde zusammenstürzen. Sofort warf sie den seltsamen Fund wieder von sich und da ward's auf einmal still.
(Auszug aus dem Suhler Sagen- und Heimatbuch "Das blaue Feuer" von Ulrich Brunzel)

Der Suhlaer Fleischregen

Im Jahre 1238, am 5. Mai, war ein großes Ungewitter auf dem Wald, der Loibe, und in dem Flecken Suhl, und es ereignete sich dabei, dass große Stücke fettes Fleisch, 10 bis 12 Pfund schwer, mit dem Regen vom Himmel fielen, welche von Vögeln und Hunden begierig gefressen wurden. Was übrig blieb, ist gegen Abend durch die Sonnenhitze gleich wie Eis geschmolzen worden. Davon nennt man noch bis auf den heutigen Tag eine Wiese bei Suhl die Fleischwiese; dieselbe liegt, wenn man von Suhl aus nach Goldlauter geht, am Wege rechter Hand, zwischen Suhl und Lauter. Eben dort ist auch das Brotwieschen gelegen, von dem man sagt, dass es im dreißigjährigen Krieg bei der großen Hungersnot gegen einen Laib Brot sei hingegeben worden.

Quelle: Historische Flurnamen in der Stadt Suhl, Suhler Sagen

Herausgegeben von Ludwig Bechstein 1837

Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung Meiningen und Hildburghausen